Will man Königspythons miteinander verpaaren, sollte man zwei Dinge ganz besonders beachten:
Zum einen ist es wichtig, dass das Weibchen ein ausreichendes Körpergewicht von mindestens 1500g oder besser noch mehr hat. Das Weibchen benötigt ausreichende Reserven, um überhaupt befruchtungsfähige Eier zu bilden. Ausserdem stellen die meisten Tiere in der Zeit der Trächtigkeit das Fressen ein und zehren von eben diesen Fettreserven. Verpaart man ein Weibchen, das kein ausreichendes Körpergewicht hat, kann es dazu kommen, dass die Eianzahl und die Qualität der Eier stark vermindert sind. Im schlimmsten Fall kann es sogar dazu führen, dass das Weibchen verstirbt, da die Trächtigkeit eine zu große Belastung für das Tier darstellt.
Zum zweiten ist es für eine erfolgreiche Verpaarung wichtig, dass die Königspythons anhand eines Temperaturzyklusses zur Paarung animiert werden. Man sollte daher im Terrarium eine kühlere Phase, die auch für die Lebensfähigkeit der männlichen Spermien notwendig ist, simulieren. Hierzu senkt man die Nachttemperatur nach und nach auf etwa 20°C; die Tagestemperaturen sollten zwischen 23-28°C liegen. Auch sollten die Tiere in dieser Zeit etwas „trockener“ (bei etwa 50% Luftfeuchtigkeit) gehalten werden.
Sinnvoll ist es auch, die Tiere während dieser Zeit getrennt zu halten und erst am Ende dieser zwei bis drei Monate wieder zusammen zu setzen. Gleichzeitig mit dem Zusammensetzen erhöht man langsam auch wieder die Temperatur und die Luftfeuchtigkeit.
Mit der Absenkung der Temperaturen kann man etwa ab Oktober beginnen und dann ab Dezember/ Januar die Temperaturen wieder erhöhen. Die Paarungszeit im Terrarium liegt normalerweise zwischen Dezember bis April.
Meist beginnen die Männchen schon kurz nach dem Zusammensetzen damit, die Weibchen zu „umwerben“ und man kann mit etwas Glück die ersten Paarungen beobachten.
Sollte es trotz Einhaltung des Temperaturzyklusses nicht zum Paarungsverhalten kommen, kann man ein zweites Männchen hinzu setzen. Es kann sein, dass diese Konkurrenz dazu führt, dass es doch noch zur Paarung kommt.
Allerdings kann es auch zu sogenannten „Kommentkämpfen“ zwischen den Männchen kommen, die beim Königspython aber meist harmlos und ohne Verletzungen verlaufen.
Manchmal kann es schon ausreichen, die abgestreifte Haut eines fremden Bockes mit ins Terrarium zu legen.
Nach erfolgten Paarungen sollte man das Männchen wieder von dem Weibchen trennen, um diesem mehr Ruhe für die beginnende Trächtigkeit zu geben. Nach Möglichkeit sollte man das Weibchen nun in seiner gewohnten Umgebung lassen und es alleine halten.
Es ist sinnvoll, dem Weibchen jetzt schon eine geeignete Möglichkeit zur Eiablage anzubieten, damit sie noch genug Zeit hat, sich an diesen neuen „Einrichtungsgegenstand“ zu gewöhnen.
Als Eiablageplatz bietet sich z.B. eine Box aus Holz oder Kuststoff an. Wichtig ist es, dass die Box dunkel und geschützt ist, so dass sich das Tier darin sicher fühlt. Trotzdem sollte sie für den Halter gut zugänglich sein, um das Versteck zu reinigen und die klimatischen Umstände zu kontrollieren. In dieser Box sollte eine dauerhafte Temperatur von etwa 30°Grad und eine Luftfeuchtigkeit von etwa 80% herrschen. Als Bodengrund für den Eiablageplatz bietet sich zum Beispiel Spaghnummoos oder auch Vermiculite an, da es die Luftfeuchtigkeit sehr gut speichert und nicht schimmelt.
Die Trächtigkeitsdauer beträgt ca. 120 – 130 Tage. Diese Zeitspanne ist aber nur ein grober Anhaltspunkt da der Beginn der Trächtigkeit sehr schwer zu ermitteln ist. Eine erfolgreiche Paarung bedeutet nicht zwangsläufig den Beginn der Trächtigkeit, da das Weibchen in der Lage ist die männlichen Spermien über einen längeren Zeitraum zu speichern.
In der Trächtigkeit kann es zu einer Nahrungsverweigerung kommen. Das Weibchen sucht nun auch immer öfter ein wärmeres Versteck auf, um die Eibildung zu unterstützen. Im letzten Drittel der Trächtigeit ist eine Zunahme des Umfanges bei dem Weibchen zu erkennen. Ca. 4 Wochen vor der Eiablage kommt es zu einer Häutung.
Zum Ende der Trächtigkeit kann man immer häufiger beobachten, dass das Weibchen in der Rücken- bzw. Seitenlage liegt.
Spätestens jetzt sollte man sich Gedanken darüber machen ob die Eier beim Weibchen zur natürlichen Brut belassen oder in einem Inkubator gezeitigt werden sollen. Beide Zeitungsmöglichkeiten haben Vor- und Nachteile jedoch hat sich in den meisten Fällen die künstliche Inkubation bewährt.
Die Eiablage findet meistens nachts oder in den frühen Morgenstunden statt. Ein Gelege besteht im Durschnitt aus 5-7 Eiern. Je nach Grösse und Ernährungszustand des Weibchens können die Gelege grösser oder kleiner ausfallen, wobei Gelege über 10 Eiern eher die Ausnahme darstellen.
Bei der künstlichen Inkubation muss die Schlange von ihren Eiern getrennt werden, um diese sicher in den Inkubator zu überführen. Das Weibchen wird wahrscheinlich nicht sehr erfreut über die Entnahme ihrer Eier sein, so dass man sehr vorsichtig vorgehen sollte. Um die Schlange zu beruhigen, kann man ein Tuch über sie legen, um sie dann behutsam von ihrem Gelege zu heben.
Nun können die Eier in den Inkubator gelegt werden. Dabei sollte jegliche Drehung des Eies vermieden werden.
Die Eier werden nun im Inkubator bei einer Temperatur von 29°C-31°C und einer Luftfeuchtigkeit von mindestens 95% ca. 60-75 Tage gezeitigt.
Beim Inkubieren werden sehr unterschiedliche Bodensubstrate verwendet. Sogar eine substratfreie Inkubation ist möglich.
Zum Ende der Inkubationszeit kann es passieren, dass die Eier einfallen und „dellig“ werden. Dies geschieht, da die Jungtiere nun langsam ihren Dottersack aufgezehrt haben und ist somit zu diesem Zeitpunkt kein Grund zur Sorge. Sollten die Eier jedoch schon zu einem früheren Zeitpunkt einfallen, ist dies meist ein Zeichen einer zu geringen Luftfeuchtigkeit im Inkubator.
Nach etwa 60-75 Tagen ritzen die Jungschlangen mit ihrem Eizahn mehrere Schlitze in die Eischale und strecken auch kurz darauf ihren Kopf aus dem Ei. Bis zum endgültigen Verlassen des Eies dauert es jedoch nun noch ein bis zwei Tage, da die Schlüpflinge noch den Rest ihres Dottersackes aufzehren.
Erst wenn die Jungschlangen ihr Ei komplett verlassen haben, sollte man sie in die dafür vorgesehenen Aufzuchtbecken überführen. Hierbei ist es sinnvoll, die Jungtiere einzeln zu halten, da man dadurch eine bessere Kontrolle über die einzelnen Schlangen hat.
Die Aufzucht der Jungtiere ist in kleinen Aufzuchtbecken oder auch in sogenannten „Racks“ möglich. Hierbei ist besonders auf eine ausreichend hohe Luftfeuchtigkeit von mindestens 80% zu achten, da die Jungtiere sonst in der ersten Zeit sehr schnell dehydrieren können.
Als Bodengrund für die Aufzuchtbecken bietet sich Haushaltsrolle oder Zeitungspapier an, da dieses erstens leicht zu reinigen ist und zweitens eine Verletzung der empfindlichen Schlupfhaut und der eventuell noch vorhandenen Nabelschnur ausschliesst.
Etwa 14 Tage nach dem Schlupf kommt es zur ersten Häutung der Jungschlangen. Erst danach ist es sinnvoll den Tieren zum ersten Mal Futter anzubieten, da die meisten vor dieser ersten Häutung nicht ans Futter gehen.
In den ersten Monaten sollte man den Jungtieren alle 5-10 Tage Futter in entsprechender Größe anbieten.
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